Analogbuch – Jetzt auch digital!
Oktober 15, 2007
Die Einträge in mein schwarzes Büchlein, die den Weg ins Internet nicht gefunden haben…
Die erste Nacht ist überstanden. Waren lang auf der Straße. Bis halb vier. Immerhin haben wir es bis Italien geschafft. Bella empfängt uns mit Regen – nicht nett. Auf an die Küste, vllt scheint da die Sonne.
Wir waren in Venedig. Nicht so richtig, aber zumindest im Hafen. Eine Fähre wohin, bitte? Ach – vergiss es. On the road again. Ein Schrottplatz! Mit Schiffen! Wir sind dem Meer ziemlich nahe, ein Paradies zum Fotografieren.
Ich bin müse. Hab wenig geschalfen. Die Nacht war laut (Regen, Gewitter) und kalt, weil die Tür nicht richtig zu war (Sabrina) und die Standheizung nicht so richtig funktioniert.
Wo ist egtl der Sommer geblieben, der uns heute morgen so nett gewckt hat? Wir sind auf dem Weg in dies Toscana, vllt wartet er ja dort schon auf uns. Der gestrige Roadtrip hat uns ganz schön un unsere Nasen herumgeführt. Venedig/venezia wollte uns nicht so schnell gehen lassen. Aber wir kommen ja wieder.
Was ist heute für ein Tag? Und wo sind wir hier eigentlich? Die Antwort auf beide Fragen: Es ist egal. Aber so was von! Wir haben den Bus. Wir haben was zu essen. Wir haben Diesel für 1,19 je Liter im Tank. Wir haben Virgin Radio. Wir sind am Meer. Die Sonne lacht. Endlich.
VR spielt Skunk Anancy (?) und ich könnte es dafür küssen. Überhaupt liefert uns Italien auf dieser Welle den perfekten Soundtrack für unseren Trip. Rock’n'Roll!
Da liegt sie mir zu Füßen. Rom, die ewige heilige Stadt … scheinheiliges Pack .. ach, das hatten wir schon. Moment, gleich gehts weiter …
Hier: Rom. Ich koche im Bus (Essen) und verbrenne ich mir übel die Finger an der Espressokanne. Während ich mit dem Schmerz kämpfe, greift eine unsichtbare Hand nach meinem Herzen und drückt zu. Mit wird schlecht, denke an SIE, weil mir das Gefühl so bekannt vorkommt. Hatte ich vor drei Wochen auch schon mal, als ich SIE zum dritten und letzten Mal verließ. Ich mache mir Gedanken und erschrecke ein Wenig. Frage nach, ob es IHR gut geht. Alles in Ordnung – bei IHR, aber nicht bei mir. SMS: „Was ist egtl los?“ Gute Frage. Ich finde die Antwort nicht in der Flasche Rum, so grundlich ich auch suche.
Viele Irrwege führen durch Rom, sie fährt, ich trinke. Ein „i“ zuviel und schon landen wir statt am Collosseum im Gettho. Ein sehr netter indischer Verkäufer versorgt mich mit kalter Cola. Weitertrinken/fahren. Dann das Collosseum. Kollossal! Wirklich!
Die lange Suche nach dem Platz der Nacht reibt auf. Ich erwache im Nirgendwo. Mir ist schlecht. Wir parken am Meer zwischen Wochenendhäusern. Am nächsten Morgen spielen die Beatles „All you need is love.“ Vielleicht ist das ja los.
Halb drei. Freitagnacht. Eine sms piepst sich ihren Weg ins Hier und Jetzt. Zu dieser Stunde fällt mir nur ein Absender ein. SIE teilt mir mit, dass SIE aufgesext mit neuem Outfit gleich mit 2 Jungs am Start ist und sich ordentlich abfüllen lässt. IHR Kater wird hoffentlich fürchterlich und ich gönne IHR jede Sekunde. Mir wird schlecht, bedanke mich für die nette Nachricht. All der Abstand, den ich in den letzten beiden Wochen aufgebaut habe, schrumpft auf Null. Ich könnte meinen Frust rausficken, tus aber nicht. Sonst stelle ich mir zugleich vor, wie SIE es mit 2 Typen gleichzeitig tut. Das ist zuviel. Ich behalte also sämtliche Körperteile bei mir und hoffe im Stillen, dass auch SIE brav bleibt.