Die Einträge in mein schwarzes Büchlein, die den Weg ins Internet nicht gefunden haben…

Die erste Nacht ist überstanden. Waren lang auf der Straße. Bis halb vier. Immerhin haben wir es bis Italien geschafft. Bella empfängt uns mit Regen – nicht nett. Auf an die Küste, vllt scheint da die Sonne.

Wir waren in Venedig. Nicht so richtig, aber zumindest im Hafen. Eine Fähre wohin, bitte? Ach – vergiss es. On the road again. Ein Schrottplatz! Mit Schiffen! Wir sind dem Meer ziemlich nahe, ein Paradies zum Fotografieren.

Ich bin müse. Hab wenig geschalfen. Die Nacht war laut (Regen, Gewitter) und kalt, weil die Tür nicht richtig zu war (Sabrina) und die Standheizung nicht so richtig funktioniert.

Wo ist egtl der Sommer geblieben, der uns heute morgen so nett gewckt hat? Wir sind auf dem Weg in dies Toscana, vllt wartet er ja dort schon auf uns. Der gestrige Roadtrip hat uns ganz schön un unsere Nasen herumgeführt. Venedig/venezia wollte uns nicht so schnell gehen lassen. Aber wir kommen ja wieder.

Was ist heute für ein Tag? Und wo sind wir hier eigentlich? Die Antwort auf beide Fragen: Es ist egal. Aber so was von! Wir haben den Bus. Wir haben was zu essen. Wir haben Diesel für 1,19 je Liter im Tank. Wir haben Virgin Radio. Wir sind am Meer. Die Sonne lacht. Endlich.

VR spielt Skunk Anancy (?) und ich könnte es dafür küssen. Überhaupt liefert uns Italien auf dieser Welle den perfekten Soundtrack für unseren Trip. Rock’n'Roll!

Da liegt sie mir zu Füßen. Rom, die ewige heilige Stadt … scheinheiliges Pack .. ach, das hatten wir schon. Moment, gleich gehts weiter …

Hier: Rom. Ich koche im Bus (Essen) und verbrenne ich mir übel die Finger an der Espressokanne. Während ich mit dem Schmerz kämpfe, greift eine unsichtbare Hand nach meinem Herzen und drückt zu. Mit wird schlecht, denke an SIE, weil mir das Gefühl so bekannt vorkommt. Hatte ich vor drei Wochen auch schon mal, als ich SIE zum dritten und letzten Mal verließ. Ich mache mir Gedanken und erschrecke ein Wenig. Frage nach, ob es IHR gut geht. Alles in Ordnung – bei IHR, aber nicht bei mir. SMS: „Was ist egtl los?“ Gute Frage. Ich finde die Antwort nicht in der Flasche Rum, so grundlich ich auch suche.

Viele Irrwege führen durch Rom, sie fährt, ich trinke. Ein „i“ zuviel und schon landen wir statt am Collosseum im Gettho. Ein sehr netter indischer Verkäufer versorgt mich mit kalter Cola. Weitertrinken/fahren. Dann das Collosseum. Kollossal! Wirklich!

Die lange Suche nach dem Platz der Nacht reibt auf. Ich erwache im Nirgendwo. Mir ist schlecht. Wir parken am Meer zwischen Wochenendhäusern. Am nächsten Morgen spielen die Beatles „All you need is love.“ Vielleicht ist das ja los.

Halb drei. Freitagnacht. Eine sms piepst sich ihren Weg ins Hier und Jetzt. Zu dieser Stunde fällt mir nur ein Absender ein. SIE teilt mir mit, dass SIE aufgesext mit neuem Outfit gleich mit 2 Jungs am Start ist und sich ordentlich abfüllen lässt. IHR Kater wird hoffentlich fürchterlich und ich gönne IHR jede Sekunde. Mir wird schlecht, bedanke mich für die nette Nachricht. All der Abstand, den ich in den letzten beiden Wochen aufgebaut habe, schrumpft auf Null. Ich könnte meinen Frust rausficken, tus aber nicht. Sonst stelle ich mir zugleich vor, wie SIE es mit 2 Typen gleichzeitig tut. Das ist zuviel. Ich behalte also sämtliche Körperteile bei mir und hoffe im Stillen, dass auch SIE brav bleibt.

Nachtrag – Konklusion

Oktober 12, 2007

Der Versuch mit diesem Blog ist weder so richtig gelungen noch gescheitert. Wer sich gezielt fernhält von (versuchter oder scheinbarer) Zivilisation hat eben auch keine Chance, ein Tor in die virtuelle Welt zu öffnen. Ich habs versucht. Oh ja. Hat nicht geklappt. Ich hätte gerne öfter geschrieben. Aber das Leben on the road bedingt eben gewisse Entbehrungen. Ich habe mich mittlerweile so an das Leben im Bus gewöhnt, ich will gar nicht mehr aufhören…
Aber jetzt ist es kalt draußen. Was daran liegt, dass ich wieder in Deutschland bin. Heilbronn, um genau zu sein. Und im Bus ist es unglaublich ungemütlich. Zeit, entweder nach Hause zu gehen, oder wieder in wärmere Gefielde aufzubrechen. Doch da ist das Problem mit dem Bus. Er zieht nicht mehr so richtig. Der Turbo scheint flöten gegangen zu sein. Ab und an schaut er mal rein, doch wenn man ihn am Nötigsten braucht, hält er sich schwer zurück. Z.B., wenn man grade auf der Autobahn einen Laster überholt hat (abwärts, 130) und im nächsten Moment selbst wieder überrollt wird (aufwärts, 80). Ätzend.
Also, der Bus muss ins Krankenhaus und ich mal wieder in eine Wohnstätte, in der ich dauerhaft aufrecht stehen kann mit einem Bett, in das ich ganz reinpasse. Urlaub aus. Back to reality. Tschau. Ciao. Danke fürs Lesen. Schön wars.

(Re)Kapitulation

Oktober 12, 2007

Gut. Was ich weiß ist, wir waren in Italien. Wir waren an der Ost und an der Westküste. Wir sind viel gefahren. Haben viel gesehen. Aber fragt mich bloß nicht, wo genau wir waren. Oft war es dunkel, als wir einen Schlaf/Parkplatz gesucht haben und waren erstaunt über unsere Umgebung, als wir am nächsten Morgen aufgewacht sind. Hei – das Meer!
Sicher ist, wir waren in Ancona, in Pisa, in und um Rom, in Ravenna, Lucca, in etlichen anderen kleinen Käffern ohne Namen und viel am Meer und viel am Berg. Kein Gewähr für die korrekte Reihenfolge. Wir haben wild gecampt und legal, wir haben bei Katzen, Hunden und den Fischen geschlafen. Wir haben viel Bier getrunken – Senor Moretti – Peroni – Castello – und wie sie alle hießen und – Alpenbräu. Mit Mais. ?!? Ich habe dazu noch mal eben 4 Flaschen Rum geleert. Mein Kopf ist aber immer noch voll. Zuviele Gedanken.

Zu zweit allein.

September 28, 2007

Schon letzten Sommer hatte ich das Gefuehl bei Sabrina gegen eine Mauer zu laufen. Jetzt weiss ich auch den Grund dafuer und dass zwischen uns nichts passieren wird. Zehn Jahre Beziehung brauchen eben Zeit, um verdaut zu werden. Und ich dachte schon, mir ginge es schlecht… Sabrina.

Ich hatte schon die ganze Zeit so ein Gefuehl, dass sich hinter all der Froehlichkeit eine tiefe Trauer versteckt. Jetzt bin ich mir sicher.

Schizophren.

September 24, 2007

Grade hatte ich Kontakt. Mit IHR. Meiner EX. Komische Sache. Ich hatte wirklich ein schlechtes Gewissen IHR gegenüber. Weil ich IHR nichts erzählt habe von meiner Reisebegleitung. Also, das hatte ich auch nicht vor, aber dann haben wir telefoniert und ich habe erzählt, dass ich wegfahre (Fehler 1). Weil SIE mich bei der Arbeit vertreten soll. Dann hat SIE gefragt: Mit wem fährst Du? Ähm – tja – also, … Allein? (Fehler 2) Kotz! Lüge! ALARM!! Ich hasse Lügen!

Jetzt weiß sie es. Und ich… ich weiß gar nichts mehr. Aber ich wahr ehrlich. Verdammt wo bleibt der Engel auf der linken Schulter? Kein gut gemacht? Arsch. Ich fühle mich immer noch zu IHR hingezogen. Obwohl ICH schlussgemacht habe. Kann mir das bitte mal jemand erklären? Ist das normal? Ich bin SO kurz davor, SIE statt IHR einzupacken. Aber das geht nicht. Nicht jetzt. Mistscheissverdammter.

Das Timing …

September 23, 2007

… ist perfekt und beschissen gleichermaßen.

1. Perfekt. Weil ich mein Studium grade eben hinter mir gelassen habe und mich noch nicht für einen Job habe verhaften lassen und seit 7 Jahren nicht am Meer war. Weil mein macbook und mein eizo sich gerade zur gleichen Zeit je eine nervige Macke zugelegt haben: Der eine flackert, der andere brummt. Ich hatte mir schon Gedanken gemacht gemacht, wie ich die Reparaturzeit ohne die beiden überleben soll. Man lebt ja schließlich voll digital. Naja, mindestens zu 50%. Aber jetzt weiß ichs: Ich fahr 2 Wochen weg. Und wenn ich wiederkomme, warten meine Digitalen Freunde schon auf mich. Perfekt.

2. Beschissen. Weil ich mich gerade von meiner Freundin getrennt habe. Nicht weil sie mich oder ich sie betrogen oder belogen habe, nicht weil ich die Schnauze voll von ihr habe sondern aus dem einfachen Grund: Sie liebt(e) mich und ich habe sie „nur“ lieb (gehabt?). Emotionsgefälle habe ich das mal bezeichnet. Treffend. Zerstörerisch. Herzzerreißend. Klar, eigentlich ist der Zeitpunkt perfekt. Trennung – Urlaub. Aber: Ich mag sie sehr. Und ich wollte mit IHR in den Urlaub. Und ich fühle mich verdammt mies. Weil ich sie verlassen habe und jetzt ohne sie wegfahre. Dazu noch mit einer anderen. Oh mann. Ich darf nicht mehr an sie denken. Das tut weh. Aber denk Du mal NICHT an ein grünes Fahrrad (z.B.), wenn Du dazu aufgefordert wirst. Ganz schön schwierig.

Geht’s noch?

September 22, 2007

Das wäre wohl das, was meine Eltern sagen würden, wenn sie wüssten, was ich vorhabe. Und auch was mich mein Spiegelbild heute morgen erst gefragt hat. „Geht’s noch?“ Ich hoffe doch. Jedenfalls gebe ich mir alle (?) Mühe.

Das ist der Plan: Mit einem VW-Bus (den ich nicht kenne) und einer Frau (die ich nicht kenne) zu einem Ziel (das ich nicht kenne) in einem Land (das ich noch nicht kenne). Ähm – oke. Plan kann man das wohl nicht nennen. Aber so wirds laufen. Muss. Ich will, dass es läuft.

Ziemlich viele Variablen also. Aber das ist gut! Schluss mit Nummer sicher. Jetzt wirds „gewagt“. Am Dienstag gehts los, ich schlafe jetzt schon schlecht. Die Memme in mir bricht immer wieder durch und fragt blöde Sachen. Die einzige unter vielen Fragen, die ich als berechtigt gelten lasse, ist folgende: „Schnarcht sie?“ Und oke, vielleicht noch diese hier: „Wäre sie auch mit jedem anderen netten Kerl in einem engen VW Bus mit nur einer Schlafstätte ans Meer gefahren, oder steckt da mehr dahinter?“ Ich versuche, dieser Frage vorerst auszuweichen, denn ich weiß selber nicht, ob ich mehr erhoffe.